Antonia und der Reißteufel/various

487 Jahre ist der Reißteufel schon alt, aber immer noch ein eitler Geck, trotz seiner Hörner und Borsten, seiner Kummerfalten und seines Klumpfußes. Außerdem ist er böse: Seine Lebensenergie bezieht er aus den gestohlenen Singstimmen von Kindern, die danach im Steinsaal seines Schlosses stumm in Käfigen hocken. Vielleicht wäre er netter, wenn nicht der Zeitenfresser und seine bösen Kumpane – Eile, Sorge, Stress, Neid und Gier – sein Herz gestohlen hätten. Eines Tages gerät Antonia in die Fänge des Reißteufels. Ihre wunderbare Stimme möchte er unbedingt haben, doch das mutige Mädchen weigert sich hartnäckig, für ihn zu singen. Die Urstrumpftante des Reißteufels bezieht ihr ehemaliges Kinderzimmer im Schloss ihres Neffen. Alle hundert Jahre zieht sie sich an einen ruhigen Ort zurück, um an dem Urstrumpf zu stricken, der das gesamte Wissen der Welt in sich bewahrt. Wenn der Urstrumpf aber alles weiß, dann weiß er auch, wie Antonia den Fängen des Reißteufels entkommen kann, denkt der stumme Diener Jonathan, der Antonias Freund geworden ist. Gemeinsam mit den Fledermäusen Toby und Roby befreit er Antonia aus ihrem Käfig. Des Nachts schleichen die Freunde ins Zimmer der Urstrumpftante. Antonia gelingt es, dem Urstrumpf eine Antwort zu entlocken: „Findet die Zeit, haltet sie an, ergreift das Herz des Teufels! Gebt es zurück und erkennet sodann, was seine Kraft bewirken kann.“ Im Uhrturm des Schlosses fi nden die Freunde die Zeit: Dort frisst der Zeitenfresser die Stunden, während seine bösen Kumpane das Herz des Reißteufels quälen. Antonia und Jonathan fi nden den Hebel, mit dem sie das Uhrwerk – und damit die Zeit – anhalten können. Antonia befreit das Herz und bringt es dem Reißteufel zurück. Der will es zuerst gar nicht haben und geht auf die vier Freunde los, doch die Urstrumpftante greift ein und setzt ihrem Neffen den riesigen Urstrumpf auf. Im Schnelldurchlauf inhaliert der Reißteufel das Wissen der Welt und weiß danach, dass er nur eines braucht für sein Glück: sein Herz. Die Kinder sind befreit und haben fürs Leben gelernt: „Wir werden kreischen, brüllen, lachen und schrei’n, leichtsinnig, lustig und aufgekratzt sein. Nie mehr kuschen, die Stimme erheben, sagen, was wir wollen im Leben!“